| Vilafranca kennen die meisten mobilen Mallorca-Besucher nur vom Durchfahren auf dem Weg von Palma nach Manacor. Seit einigen Jahren gibt es aber eine Umgehungsstrecke, sodass kaum noch Touristen durch Vilafranca de Bonany fahren. Schade, denn der Ort, gelegen zwischen zahlreichen Plantagen und blühenden Feldern, ist durchaus einen Besuch wert. Gegründet im 17. Jahrhundert leben heute 2.500 Menschen in Vilafranca de Bonany - meist "echte" Mallorquiner, die nicht direkt vom Tourismus leben. Durch die fruchtbaren Felder der Umgebung kann man in Vilafranca besonders frisches Obst und Gemüse einkaufen, in den zahlreichen Bars und kleinen Restaurants wie ein "richtiger" Inselbewohner seinen heißen Cafe genießen, einheimische Spezialitäten zu günstigen Preisen naschen oder an langen Tafeln zusammen mit den Menschen aus dem Ort ein ausgiebiges Mahl einnehmen. |
| Wer die Farbenvielfalt der Natur einmal in der ganzen Pracht genießen will, der sollte Vilafranca an einem Mittwoch besuchen. Beim Markt auf dem Plaza Major übertreffen sich die Obst- und Gemüsestände mit der liebevollen Dekoration aus verflochtenen Zwiebeln, feuerroten Pepperonis, Tomaten an Zweigen, Pyramiden aus Aprikosen und ebenmäßigen Melonen. Für diese runden, honigsüßen Melonen ist Vilafranca auf den ganzen Balearen berühmt, ja - gilt sogar quasi als "Melonenhauptstadt". Am zweiten Wochenende im September findet hier das große Melonenfest "Festa des Melo" statt, bei dem traditionell die größten und schwersten Melonen prämiert werden. Rund um dieses Spektakel gibt es zahlreiche Darbietungen bei viel Musik. Aber auch an normalen Markttagen geht es auf dem Plaza Major temperamentvoll zu. Von allen Seiten werden Kostproben gereicht, wer hier nicht einkauft, ist selbst Schuld. Frischer geht's nicht. |
Auf jeden Fall lohnt sich der Blick in die vielen kleinen Läden, in dem allerlei Kunsthandwerk und kunstvolle Stickerei angeboten werden. Gelegentlich erhascht man auch einen Blick in die Werkstätten, in denen es sehr ursprünglich zugeht. Dazu gehört die traditionelle Stahlschmiede, in der am offenen Feuer der Stahl zum glühen gebracht wird, bevor er am Amboss zu kunstvollen Beschlägen geformt wird. Ein Stück ursprüngliches Mallorca, verknüpft mit dem Hauch der adligen Geschichte des Landes, kann man bei einem Besuch des Landgutes Els Calderes, südlich von Vilafranca, erleben. Seit einigen Jahren wurde in dem Landgut ein privates Museum eingerichtet, in dem die Besucher eine kleine Zeitreise bis ins Jahr 1700 machen können. Die wunderschönen Möbel und großzügig ausgestatteten Räume bringen den Lebensstil des wohlhabenden Landadels in die Gegenwart. In den Werkstätten stehen Werkzeuge und Maschinen aus vergangenen Tagen.
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| Aber Els Calderes ist auch noch heute ein voll funktionierender, landwirtschaftlicher Betrieb mit üppigen Stallungen, einheimischen Vieh und einem Weinkeller, in dem manch edler Tropfen gelagert wird. Was hier von den Feldern geerntet wird und aus den Trauben gekeltert wird, kann man natürlich auch probieren. Ein lohnenswerter Ausflug und vielleicht eine letzte Gelegenheit für diejenigen, die beim Ortsbummel vergessen haben, die Ortsspezialität mitzunehmen - eine saftige, süße, echte Melone aus Vilafranca. |
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