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Stierköpfe, Windmühlen und Sterngucker: Costitx

Ein Costitxer ist nicht etwa eine Figur aus einer Asterix-Geschichte mit schottischer Abstammung. So nennen sich die männlichen Einwohner der 800 Seelen-Gemeinde Costitx, Frauen heißen in der Landessprache Costitxera. Hier, im ländlich geprägten, flachen Teil der Insel, leben die Menschen hauptsächlich von der Landwirtschaft. So wirkt der etwas höher gelegene Ort zwischen den kleinen Hügeln, umrahmt von Feldern und Steineichen, auf den ersten Blick wie eine Ansammlung von Bauernhöfen mit vielen kleinen Windmühlen am Ortseingang und einer Kirche aus dem 17. Jahrhundert als Mittelpunkt.
  Wer sich entschließt, die Felder zu überwinden und Costitx näher zu betrachten, der entdeckt den besonderen Reiz dieser Landschaft und die meist einfachen aber sehr freundlich-offenen Bewohner, die ihren tiefen Glauben durch zahlreiche Kreuze in dem Ort kenntlich machen. Das schönste Kreuz steht an der Straße Richtung Inca, das „Sa Creu“. Der Ort selbst ist malerisch. Rund um die recht wuchtigen Herrenhäuser gedeihen Palmen, in den Gärten allerlei Obstbäume, die ihre Früchte farbenfroh präsentieren. Große Landgüter, wie Castell de Mos, Can Quiam und San Vispó vermitteln einen Eindruck vom ländlichen Wohlstand der Insel außerhalb des Tourismus. In den kleinen Straßencafes kann man bequem Rast machen und im milden Klima auch kulinarische Kleinigkeiten zu sich nehmen. Grosse Brunnen sicherten schon vor Jahrhunderten die Wasserversorgung des Ortes, Zisternen und Schöpfräder zeigen den Einfallsreichtum der Bevölkerung für eine gute Verteilung des Wassers. Die fruchtbaren Felder werden durch zwei Gebirgsbäche mit dem nährenden Nass versorgt. Was die Costitxera und Costitxer ernten, wird zum Teil frisch auf dem Wochenmarkt jeden Samstag auf der Placa de la Mare de Dèu feil geboten. Hier wird zwischen dem 7. und 10. September auch das größte Fest des Ortes gefeiert. Weitere Feiertage sind Sant Antoni (17. Januar) und Sant Sebastiá (20. Januar).
Costitx ist ein Geheimtipp für Hobby-Astronomen – direkt vor den Toren des Ortes ist die Sternwarte Mallorcas. Abseits des künstlichen Lichterglanzes der Touristenorte können aus dem Observatorium neue Sterne entdeckt werden – übrigens auch an Rollstuhlfahrer hat man beim Bau der Sternwarte gedacht und bauliche Vorkehrungen für leichte Auffahrten geschaffen.
International bekannt wurde Costitx durch eine archäologische Sensation. In der Nähe des Ortes, bei San Corró, wurden vor über 100 Jahren die „Caps de Bou“ gefunden, die als bedeutendstes Beispiel des Stierkultes in der Taliotkultur gelten. Die Stierköpfe wurden zunächst nach Madrid gebracht, bis sich die Costitxer durch viele Proteste ihr Kulturerbe zurückholten.
Seit einigen Jahren wird auch in Costitx „Finca-Urlaub auf dem Bauernhof“ angeboten. Kunststück: Mit dem Auto lassen sich viele Küstenorte in 20-30 Minuten erreichen, bevor es wieder in die erholsame Stille des kleinen Costitx zurückgeht. Auf Komfort muss man dabei nicht verzichten. Die entsprechenden Fincas sind mit Pool und Sat-TV ausgerüstet und daher auch nicht unbedingt preiswerter als an der Küste.



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